Neues vom Hauptverein

Was ist unsere Landschaft wert?

Der Schwarzwaldverein e.V. klagt vor dem Verwaltungsgericht Freiburg gegen eine Entscheidung des Regierungspräsidiums Freiburg, die den Bau von Windkraftanlagen in einem Landschaftsschutzgebiet im Renchtal zulässt. „Wir fragen uns, was ist uns unsere Landschaft wert, wenn ein Jahrzehnte alter Schutzanspruch einfach vom Tisch gewischt wird? Was soll ein Landschaftsschutz, wenn er Landschaft nicht schützt?“ fragte Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, auf einer Pressekonferenz am Montag (11.12.2017) in Oppenau. Konkret geht es um den geplanten Standort von vier Anlagen am Kutschenkopf/Eselskopf nahe Oppenau, zu dem der Schwarzwaldverein als anerkannter Naturschutzverband bereits im Sommer 2015 eine ablehnende Stellungnahme abgegeben hatte. Vorangegangen war der Entscheidung des Regierungspräsidiums eine Ablehnung der Befreiung von den Vorschriften der Landschaftsschutzgebiete durch das Landratsamt Ortenaukreis im Mai 2016. Die Beschwerde der Antragstellerin ENBW gegen diesen Bescheid wurde dem Regierungspräsidium vorgelegt, das am 11. Oktober 2017 die Entscheidung des Landratsamtes Ortenaukreis aufhob und die beantragte Befreiung erteilte. Der Schwarzwaldverein sieht mit dem Bau von Windkraftanlagen auf dem Kutschenkopf das typische Landschaftsbild, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Nationalpark Schwarzwald, gefährdet. Mit seiner Verbandsklage will der Verein auch grundsätzlich klären lassen, ob der Schutz der Schwarzwaldlandschaft bei der behördlichen Abwägung in den Genehmigungsverfahren zum Bau von Windkraftanlagen einen angemessenen Stellenwert erhält. Das Genehmigen der Windkraftanlagen im Landschaftsschutzgebiet am Kutschenkopf hält der Naturschutzverband für einen gefährlichen Präzedenzfall im Hinblick auf zukünftige Verfahren in anderen Landschaftsschutzgebieten. Georg Keller verwies auf die Entscheidung des Landratsamtes Ortenaukreis vom 2. Mai 2016, in der der Schutzanspruch der typischen Landschaft formuliert ist und die eindrücklich darlegt, was auf dem […]

Neues vom Hauptverein

Wegweiser sind Rettungspunkte

Bergwacht und Schwarzwaldverein stellen System zur Lokalisierung von Notfallorten vor (10. August 2017): Ein neues System zur schnelleren Lokalisierung von Notfallorten im unwegsamen Gelände haben der Schwarzwaldverein e.V. und die Bergwacht Schwarzwald e.V. am Donnerstag, 10. August 2017 auf dem Feldberg vorgestellt. Ministerialdirektor Julian Würtenberger, der die Schirmherrschaft übernommen hat, und Ministerialdirigent Hermann Schröder überzeugten sich von der Arbeitsweise des Systems, das auf der Digitalen Wegeverwaltung des Schwarzwaldvereins basiert. Die eindeutigen Standortnamen von mehr als 15.000 georeferenzierten Wegweisern  des Wanderwegenetzes können bei der Meldung von Notfällen zur schnelleren und eindeutigen Lokalisierung eines Notfallortes beitragen. Von der Bergwacht Schwarzwald kam der Anstoß, die flächendeckend vorhandenen Wegweiser zur Basis eines Rettungspunktekonzeptes zu machen. Die Leitstellen der Rettungsdienste im westlichen Baden-Württemberg haben über ein vom Schwarzwaldverein entwickeltes Online-Tool ab sofort Zugriff auf die tagesaktuellen Geodaten der Wegweiserstandorte und Verläufe der Wanderwege. Verunfallte im Gelände oder Ersthelfer können durch Nennung des Standortnamens des nächsten Wegweisers die Lokalisierung und damit das Eintreffen des Rettungsteams beschleunigen. Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, freute sich über den Zusatznutzen der Wegweiserstandorte: „Der Schwarzwaldverein trägt mit seinem ausgedehnten Netz von Wanderwegen einen beachtlichen Teil zur touristischen Wertschöpfung im Schwarzwald bei. Umso mehr freut es uns, dass unsere 15.000 Wegweiserstandorte nun auch für Einheimische und Gäste im Fall des Falles zu Rettungspunkten werden können.“ Das neue System erfordert allerdings die Aufmerksamkeit der Wanderer und Outdoorsportler, die den Wegweisern des Schwarzwaldvereins auch in Hinsicht auf die eigene Sicherheit einen zweiten Blick gönnen sollten. Der Standortname ist an jedem Wegweiserpfosten auf einem der […]

Neues vom Hauptverein

Tag des Wanderns am 14. Mai – Mitmachen und mitwandern!

Wandervereine in ganz Deutschland bieten ein vielfältiges Wanderprogramm (nicht nur) am 14. Mai – Schirmherr 2017 ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann Zum zweiten Mal begeht die Wanderbewegung in Deutschland den 14. Mai als Tag des Wanderns. Vereine im Deutschen Wanderverband (DWV), aber auch Natur- und Nationalparke, Tourismusverbände und andere mit dem DWV befreundete Organisationen werden mit ihren Wanderangeboten an diesem Tag aktiv. Die Schirmherrschaft übernimmt in diesem Jahre der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann, der selbst einem Wanderverein angehört und als Wanderführer aktiv ist. Auf der Webseite des Deutschen Wanderverbandes gibt es eine Übersicht zu allen Veranstaltungen am 14. Mai: www.tag-des-wanderns.de Die Veranstaltungen am Tag des Wanderns stehen allen Menschen offen. Im Vereinsgebiet des Schwarzwaldvereins finden rund 25 Veranstaltungen im Kontext des Aktionstages statt, darunter auch zwei Angebote der Jugend im Schwarzwaldverein. Ziel der Initiatoren ist es, das Wandern in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und die ehrenamtlich erbrachte Leistung der Wandervereine sichtbar zu machen. In Freizeitstudien wird immer wieder die Beliebtheit des Wanderns in Deuschland hervorgehoben. Wandern ist eine ressourcenschonende und gesundheitsfördernde Freizeitbeschäftigung, die im Einklang mit der Natur stattfindet und den Menschen ihre Heimat näherbringt. Die Wandervereine sorgen für die Infrastruktur, Beschilderung, Wanderangebote und Ausbildung von Wanderführern. Allein im Schwarzwaldverein bieten die rund 220 Ortsvereine ca. 10.000 Veranstaltungen im Jahr an  und der Verein markiert rund 24.000 Kilometer Wanderwege im Schwarzwald und den angrenzenden Landschaften. Auch auf diesen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag soll der Tag des Wanderns aufmerksam machen. Mehr Info: Tag des Wanderns zur Webseite

Neues vom Hauptverein

Neue Leitlinie für den Wandertourismus

Wander-Handbuch für den Schwarzwald wichtiger Leitfaden für einheitliche Ausschilderung,  Minister Hauk lobt wegweisendes Konzept (30. März 2017): Am 29. März stellten Vertreter der beiden Schwarzwälder Naturparke, des Schwarzwaldvereins, der Schwarzwald Tourismus GmbH und weiterer Partner das „Wander-Handbuch für den Schwarzwald“ vor. Rund 80 Gäste, darunter Bürgermeister und Vertreter von Tourismus- und Sportorganisationen, waren zur Vorstellung nach Bühlertal (Landkreis Rastatt) gekommen. Der für die Naturparke zuständige Minister Peter Hauk betonte die große Bedeutung des Wanderns als Wirtschaftsfaktor. „Der Schwarzwald ist weltweit bekannt und als Wanderregion beliebt. Bei der Förderung eines sanften Tourismus spielt die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums eine bedeutende Rolle“. Rund zwei Drittel der Gesamtkosten des neuen Wander-Handbuchs haben der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und der Naturpark Südschwarzwald mit Fördermitteln bezuschusst. Möglich ist dies durch die finanzielle Unterstützung des Landes, der Europäischen Union und der Lotterie Glücksspirale. Auch die Schwarzwald Tourismus GmbH hat sich finanziell an der Umsetzung beteiligt. „Mit dem neuen Wander-Handbuch stellen wir gemeinsam die Weichen für die Zukunft“, ist sich Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, sicher. „Wenn die formulierten Standards eingehalten werden, bleibt der Schwarzwald mit der Qualität der Beschilderung sicher an der Spitze der deutschen Wanderdestinationen.“ Christoph Kunz, Themenmanager Wandern bei der Schwarzwald Tourismus GmbH, sieht die Entwicklung positiv. „Als Wegweiser für den Wandertourismus wird der neue Leitfaden das Angebot nochmal deutlich verbessern“, so Kunz. Hannelore Reinbold-Mench, stellvertretende Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald, wies auf die notwendige Umsetzung der Ergebnisse hin: „Jetzt gilt es, die Qualität des Wanderangebots im Schwarzwald für den Gast weiter zu verbessern.“ Für […]

Neues vom Hauptverein

Ist die Windkraft das wert?

Schwarzwaldverein in Sorge um Landschaftsbild, Artenschutz und sozialen Frieden (28. März 2017): Die Belange des Natur- und Artenschutzes sowie die Erhaltung der wertvollen Landschaftsbilder spielen in den Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen eine zunehmend untergeordnete Rolle. Dies beklagt Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, in einem Schreiben an Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Keller mahnt in seinem Schreiben ebenfalls an, dass er den sozialen Frieden in und zwischen den Gemeinden derzeit durch den Streit zwischen Befürwortern und Gegnern belastet sieht. Er regt an, im Rahmen der Genehmigungsverfahren auch das soziale Klima durch umsichtiges Vorgehen und Berücksichtigung der Interessen der Betroffenen im Blick zu behalten. Zwei im Ortenaukreis geplante Windparks sieht Präsident Keller besonders kritisch: Das Landratsamt Offenburg hatte 2016 den Projekten am Gütschkopf (Gemarkung Oberwolfach) und auf dem Kutschenkopf (Gemarkung Lautenbach) die Genehmigung verweigert. Grund für die ursprüngliche Ablehnung war das  am Gütschkopf brütende Auerwild und der Rang des Kutschenkopfes als Landschaftsschutzgebiet. Das Landratsamt hat nun die beiden Verfahren an das Regierungspräsidium weitergereicht. Im Fall des Gütschkopfes soll durch eine Ausnahme vom strengen Artenschutz der Bau der Windkraftanlagen ermöglicht werden, am Kutschenkopf der Schutz der Landschaft ausgesetzt werden. Letzteres wäre, befürchtet der Schwarzwaldverein, ein gefährlicher Präzedenzfall, der die Belange des Landschaftsschutzes im Schwarzwald aushöhlen würde. „Wir sehen zur Zeit mit großer Sorge, dass der Schutz von Landschaft, Natur und bedrohten Arten im Ortenaukreis unter dem politischen Druck der Landesregierung gegenüber dem Windkraftausbau in den Hintergrund rückt.“ mahnt Keller. Auch hat er beobachtet, dass die Auseinandersetzungen in der Bevölkerung oft stark ideologisch geführt werden und dadurch […]