125 Jahre Schwarzwaldverein Bühl

JUNG UND ALT IM JAHR 1956, als eine große Schwarzwaldvereins-Familie mit Wanderwart Hans Thoma (vorne rechts) zum Ochsenkopf wanderte. Foto: Archiv Hans Thomsa

Stets mit neuen Ideen Verein vorangebracht
Schwarzwaldverein Bühl feiert 125-Jähriges

Beim Wandern durch die Höhen und Tiefen der Vereinsgeschichte in den zurückliegenden 125 Jahren hat sich die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins zu einer Institution entwickelt, die aus Bühl kaum mehr wegzudenken ist. Das Bemühen galt stets den Bereichen Wandern, Heimatpflege, Kultur, der Landschaftspflege und dem Naturschutz sowie mit den Jahren der Pflege freundschaftlicher Beziehungen über nationale Grenzen. Facettenreich hat der Schwarzwaldverein so über 125 Jahre einen Beitrag zur Entwicklung der Stadt geleistet.

Zum 125-jährigen Bestehen des derzeit 500 Mitglieder zählenden Vereins werden am morgigen Sonntag drei geführte Wanderungen angeboten. Auf unterschiedlichen Wegen wird zu der von Mitgliedern neu instand gesetzten vereinseigenen Hertha-Hütte (Einweihung 1912) und zum Waldgasthaus Kohlbergwiese gewandert. Um 14.30 Uhr beginnt dort eine kleine Feierstunde.

Ihren Ursprung hat die Bühler Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins im „Verschönerungsverein für Bühl und Umgebung“ von 1883. Im Jahr 1891 vereinigen sich der Schwarzwaldverein Bühl und der Verschönerungsverein zur Sektion Bühl des Schwarzwaldvereins. In der Festschrift zum „100-Jährigen“ des Vereins schreibt Erika SchappelerHonnef über die Vereinsgründung: „Zweck des Vereins ist, die Kenntnis des Schwarzwaldes zu erweitern und dessen Naturschönheiten immer mehr bekannt zu machen. Mittel, diesen Zweck zu erreichen, sind insbesondere literarische und künstlerische Veröffentlichungen, die Herstellung und Instandhaltung von Wegen, Aussichtsanlagen, Schutzhütten, Ruhebänken, Wegbezeichnungen, Veranstaltungen von geselligen Zusammenkünften, Vorträgen und Ausflügen!“ Diese Aufgaben werde auch heute noch mit Herzblut angegangen.

Zwei Weltkriege und das zeitweilige Vereinsverbot hat der Verein überstanden und auch manch anderem Unbill Paroli geboten und mit Stehvermögen und neuen Ideen dem Vereinsgeschehen immer wieder facettenreiches Leben eingehaucht. Als Wandern bei der Jugend modern war, wurde 1957 eine Jugendgruppe gegründet. Zu den ersten Jugendleitern zählten Helmut Erbrecht oder Helmut Flogaus.
Heute widmet sich im Team Jürgen Gutzeit, bis 2014 engagierter Vorsitzender, dieser Aufgabe unter dem Begriff „Familie“. Wanderwart Werner Scholl hat vor Jahrzehnten das Fahrradwandern eingeführt, das 2016 ebenso im Jahresprogramm angeboten wird wie neun Unternehmungen der Familiengruppe oder mehr als 40 Wandervorschläge auf nationalen oder internationalen Routen.

Seit Jahrzehnten schon ist die Ortsgruppe auch international unterwegs. Bereits 1985 unternahm eine Wandergruppe mit 56 Teilnehmern eine Schlesienfahrt. Zu erwähnen sind als weitere Initiative zahlreiche Hilfspakete und Leistungen in Ostgebiete.

Die Überschrift „Ein Brünnele für die Caladois“berichtet von der Freundschaft zu den „Wanderern der goldenen Steine“ aus Bühls Partnerstadt Villefranche. Man schreibt das Jahr 1987. Die Mitglieder Lutz und Gretel Aschoff haben Verbindung im Beaujolais mit dem Wanderverein der Fédération Francaise de la Radonée Pédestre aufgenommen. Mit dem Schwarzwaldverein wandern die Caladois bereits zur Maienzeit durchs Vorgebirge zur Hornisgrinde. Es folgte der erste Bühler Gegenbesuch, und es entsteht eine „amitié“ mit vielen Gemeinsamkeiten und Mehrtageswanderungen im Wechsel. Unter Anleitung von „Brünneles Kohler“, von Alois Kohler aus Neusatzeck, bauten die deutschfranzösischen Wandersleut eine „Source de Font Froide“im Haut-Beaujolais.

Aus organisatorischen Gründen hat sich der Schwarzwaldverein vor zwei Jahren zu einer Fusion mit dem TV Bühl entschlossen, unter dessen Dach er seither eine selbstständige Abteilung bildet.

Hermann Seiler