Zugangsweg zu Gertelbach-Fällen eröffnet

Musterbeispiel für den Leader-Gedanken / dee stammt aus einer Bürgerwerkstatt

CLAUS HABERECHT gab gemeinsam mit Hubert Schnurr und Hans-Peter Braun den neuen Zugangsweg zu den Gertelbach- Wasserfällen frei. Foto: Krause-Dimmock

Bühlertal

Von einem „praktischen“ Startschuss sprach der Vorsitzende der Leader-Kulisse Mittelbaden Claus Haberecht angesichts des neuen Zugangswegs zu den Gertelbach-Wasserfällen, der gestern seiner Bestimmung übergeben wurde.

Ein lange gehegter Wunsch sei damit in Erfüllung gegangen, machte der Bühlertäler Bürgermeister Hans-Peter Braun keinen Hehl aus seiner Begeisterung für das neue touristische Schmuckstück, das über das Areal seiner Gemeinde führt, aber auch Bühler Gemarkung touchiert. Just das sei das Besondere, betonte er die Kooperation mit Bühl. 127 920 Euro gab es aus Lea-der-Mitteln, weitere 180 000 Euro, die aufzubringen waren, teilten sich beide Kommunen und brachten damit ein touristisches Großprojekt auf den Weg. „Sicherlich nicht das letzte“, verwies Bühls Oberbürgermeister Hubert Schnurr auf neue Ideen und Gespräche, in die teilweise auch Ottersweier eingebunden sei.

Wie gut das alles laufen kann, haben die Beteiligten nun in aller Pracht vor Augen. Nachdem bereits die Geiserschmiede mit 101 160 Euro bezuschusst wurde und nun der neue Wanderweg fertiggestellt ist, betonte Claus Haberecht noch einmal die Bedeutung von Leader. Das sei nicht nur ein Förderprogramm, sondern regionale Entwicklungsplanung unter Einbeziehung der Bürger, Kommunen und anderer wichtiger Akteure. „Damit soll erreicht werden, dass die geförderten Projekte und Maßnahmen im bottom-up-Prozess entwickelt und damit eine höhere Identifikation vor Ort erreicht wird.“ Sprich auch hier liegt eine Idee zugrunde, die aus einer Bürgerwerkstatt stammt. Entstanden ist ein Weg, der durch die Kooperation der beiden Kommunen Bühl und Bühlertal die interkommunale Zusammenarbeit stärkt. Auch solle weiterhin die Bürgerbeteiligung kontinuierlich gestärkt werden. Denn Betreuung und Beschilderung liegen in den Händen der Bühlertäler Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins. „Somit ein Vorzeigeprojekt – miteinander entwickelt, umgesetzt und genutzt. Dies ist der Leader-Gedanke“, sagte Haberecht.

In der Praxis bietet dieses kleine rund ein Kilometer lange Teilstück das Eintauchen in jede Menge Naturerlebnisse. Dass die Kosten so hoch waren, hatte seinen Grund in der umfangreich notwendigen Handarbeit. Davon vermochten sich die vielen Gäste bei der Eröffnungsfeier im Nachgang im Selbstversuch einen Eindruck zu verschaffen. Dabei galt es, 77 Höhenmeter zu überwinden. Gegliedert ist der Weg in vier Abschnitte, die sechs Stationen aufweisen. Zwischen Ufergehölzen, Wiesen und Hochstauden führt die Route zu den Fischteichen, der Bachquerung und zu einem Felsaufstieg über einen Wiesenweg zum Gertelbachweg. Zu entdecken gibt es dabei für den aufmerksamen Wanderer so allerlei, beginnend bei Fels- und Baumtoren über Wurzelpfade bis hin zu den Infotafeln, die unterwegs allerlei Auskünfte erteilen.

Damit der Premierenmarsch gut bekam, lud die Gemeinde zum Auftakt zu Sekt und Brezeln ein. Unterwegs sorgten die Gertelbach-Dämonen für die Verköstigung der Wanderer, während die Jugend des Musikvereins auf den kleinen Marsch einstimmte. Dass die Region eine ganz besondere ist, das zeigte sich zu späterer Stunde beim geologischen Rundweg, zu dem Schwarzwaldguide Gerald Schwarz einlud.

Acher- und Bühler Bote, 18.09.2017