Erzbischof lobt Umweltprojekt

Neuen Lebensraum für Amphibien geschaffen
Kooperation von Schule und Schwarzwaldverein Sasbach/Obersasbach

ENGAGEMENT FINDET WÜRDIGUNG: Von links Naturschutzwart Klaus Madlinger, Katharina Buchholz-Kühn, Biologe Franz Josef Schiel, Heimschulleiter Lutz Großmann, Erzbischof Stephan Burger und Franz Kurz, davor Schüler der Schulgarten- und Naturschutz-AG der Heimschule Lender. Foto: Ordinariat

Es ist eine Zusammenarbeit, die sich auszahlt: Auf der einen Seite die Schulgarten- und Naturschutz-AG der Heimschule Lender und daneben der Schwarzwaldverein Sasbach – zwei völlig unterschiedliche Organisationen mit einer gemeinsamen Zielsetzung. Und das ist in erster Linie der Landschafts- und Naturschutz, bis hin zur Pflege der Heimat.

Nun wurden die Aktivitäten der Naturschutz-AG und des Schwarzwaldvereins auch auf der Ebene des Erzbistums Freiburg gewürdigt: Nachdem das Ordinariat schon seit über zwei Jahrzehnten im Zwei-Jahre-Rhythmus Umweltpreise auslobt, stellte das Lenderdorf jetzt einen der zehn Preisträger, wobei das Engagement von Schule und Verein von höchster kirchlicher Stelle durch Erzbischof Stephan Burger gewürdigt wurde.

Angeführt wurde die Sasbacher Delegation, die zur Preisverleihung im erzbischöflichen Priesterseminar in Freiburg anreiste, von Schulleiter Lutz Großmann und seiner Kollegin Katharina Buchholz-Kühn, welche die Schulgarten- und Naturschutz-AG leitet. Mit dabei auch Schüler, die durch die Weitergabe von Wildblumen-Samentüten an andere Delegationen beeindruckte.

Die Vertretung des Schwarzwaldvereins bildete Naturschutzwart Klaus Madlinger und sein Vorgänger Franz Kurz, mit dabei war auch der Sasbacher Franz-Josef Schiel, der als hauptberuflicher Biologe den Schwarzwaldverein bei der Erstellung des Förderantrags zur Finanzierung der Baggerarbeiten sowie die Baubegleitung ehrenamtlich unterstützt hatte. Die Anlage der Gewässer war im Rahmen des Amphibien-Schutzprogramms „Impulse für die Vielfalt“ durch die Energie Baden-Württemberg finanziert worden.

Rückblickend war es für alle ein eindrucksvoller Nachmittag, wobei es sich Erzbischof Stephan Burger nicht nehmen ließ, die vorbildlichen Aktivitäten aller Preisträger ins rechte Licht zu rücken. Es sei, so der Erzbischof, ein Glücksfall, dass die AG mit dem Schwarzwaldverein eine so fruchtbare Kooperation eingegangen sei. Er lobte das Engagement für die Amphibien im großen Biotop im Gewann „Keltenbächel“, um Molchen, Kröten und Unken wieder einen Lebensraum zu geben. Diese hatten sich aus dem Gebiet am südlichen Ortsrand fast komplett zurückgezogen, da es in den Sommermonaten nahezu austrocknete.

Zur Verbesserung musste richtig viel gearbeitet werden – auch mit schwerem Gerät: Tümpel wurden neu angelegt, ebenso eine Reihe von Kleinstgewässern und kleinen Gräben. Nichts ging ohne den Einsatz von schwerem Gerät wie Vordermäher und Scheiben-Mähwerk. Nicht minder schweißtreibend war der Abtransport großer Mengen an Schnittgut, das an vielen Stellen die Höhe von zwei und drei Metern erreicht hatte. Eine Kompostierung des viele Kubikmeter messenden Mähgutes wäre der falsche Weg gewesen – der spätere Kompost wäre dem Terrain des Biotops nicht zuträglich gewesen. Dafür erfolgte die Einsaat einer exakt berechneten Art und Menge neuer Gräser und von Wildblumensamen. Errichtet wurde auch eine Trockenmauer, die der kirchliche Würdenträger als „Sonnenbank für die Amphibien“ lobte.

Die Vertreter von Heimschule und Schwarzwaldverein konnten neben der Urkunde und dem Geldpreis – immerhin 400 Euro – viele positive Eindrücke mit nach Hause nehmen. Gemeinsam mit den neun anderen Preisträgergruppen nahm man die Anerkennung des Ordinariats als Zeichen dafür, einen wichtigen Beitrag zur „Bewahrung der Schöpfung“ geleistet zu haben.

Im Rahmen der Verleihungszeremonie hatte Erzbischof Stephan Burger auch die Vorstellung geäußert, dass die Erzdiözese bis zum Jahr 2030 beim Energieverbrauch als erstes Bistum in Deutschland klimaneutral sein wolle, dafür sei man jedoch auf das Engagement vieler Mitarbeiter und ehrenamtlich tätiger Personen angewiesen.

Walter Lang