Im Einsatz für die Natur

EHRENAMTLICHE HELFER waren im Einsatz beim Landschaftspflegetag im Rebflurbereinigungsgebiet „Hofackerteich“. Foto: m
Landschaftspflegetag wird zur „Herzenssache“
Auch der Bürgermeister packt kräftig mit an
Die Talsohle im Rebflurbereinigungsgebiet „Hofackerteich“ ist dank der Pflegemaßnahmen der Waldjugend zu einem artenreichen Biotop geworden. Auf knapp einem Hektar Fläche mit Tümpel, Bachlauf und Steinriegeln haben hier nicht nur zahlreiche Vogelarten, sondern auch Gelbbauchunken Ringel- und Schlingnattern, Frösche, Zauneidechsen und Feldhasen ein ideales Rückzugsgebiet gefunden. Der jährliche Landschaftspflegetag von Waldjugend und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wurde am Samstag erstmals mit der Aktion „Herzenssache Natur“ des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord verbunden. Ziel dieser Aktion ist es, Menschen für den ehrenamtlichen Einsatz in der Natur und für den aktiven Schutz der Umwelt zu begeistern.
Der Aufruf fand eine gute Resonanz. Trotz der großen Hitze konnte Christian Schütt vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord am Morgen gut 20 ehrenamtliche Helfer im Alter von 7 bis 60 Jahren auf dem Wanderparkplatz willkommen heißen. Gruppen wie ein Team der Volksbank mit Vorstandsmitglied Clemens Fritz an der Spitze nahm unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ an der Aktion teil, auch der Schwarzwaldverein war vertreten. Im Laufe des Vormittags trafen dann noch weitere Helfer ein und machten sich am Bachlauf und im Bereich des Tümpels ans schweißtreibende Werk.
Die Regie lag in den Händen von Andreas Jakesch von der Waldjugend Kappelrodeck. Simon Alexander führte kurz in den sachgemäßen Einsatz der akkubetriebenen Motorsensen ein, dann ging es los. Mit den Motorsensen wurde die überwucherte Böschung am Bachlauf gemäht, bei den von Winden überrankten Büschen am Bach kamen auch mechanische Werkzeuge zum Einsatz. Sehr viel Arbeit war am Tümpel erforderlich, hier musste unter dem dichten Bewuchs erst mal wieder die Wasseroberfläche sichtbar gemacht werden. Mit Rechen und Harken wurde das Schnittgut hoch zum Weg gebracht, um später abgefahren zu werden. Damit wird erreicht, dass der Charakter der Magerwiesen in diesem Bereich erhalten bleibt.
„Die Fläche hier inmitten der Weinberge ist eine Insel für die Artenvielfalt“ erklärte Jakesch vor Ort. Um dies zu erreichen, müsse die Fläche einmal im Jahr gemäht werden. Neben seltenen oder auch bedrohten Tierarten summen und brummen diese Wiesen vor Insekten. Bienen, Heuschrecken und Schmetterlinge finden hier ebenfalls ei- ne Rückzugsfläche.
Kappelrodecks Bürgermeister Stefan Hattenbach packte selbst mit an und hatte hierzu eine Motorsense des Bauhofs mitgebracht. „Unsere paradiesische Natur- und Kulturlandschaft in Kappelrodeck und Waldulm ist ein wichtiger Standortfaktor für Einheimische und Gäste“, betonte er und freute sich, dass sich die Waldjugend und weitere Ehrenamtliche das ganze Jahr über aktiv für die Natur und das Landschaftsbild engagieren.
Christian Schütz als Vertreter des Naturparks sah in der Kombination aus hauptamtlichem und ehrenamtlichem Engagement den Schlüssel zum Erfolg. „Einsätze wie diese helfen nicht nur der Natur, sondern stärken auch die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat“, hob er hervor. Neben der Förderung der Artenvielfalt würden Landschaftspflegeaktionen wie hier in Kappelrodeck auch dabei helfen, das typische Schwarzwälder Landschaftsbild zu erhalten.
Acher-und Bühler Bote, 10. Juli 2017